Güssinger Bahn

Die Güssinger Bahn ist eine ehemalige Bahnstrecke im Grenzgebiet von Österreich und Ungarn. Sie verband die Stadt Güssing, den Hauptort des gleichnamigen Bezirkes im südlichen Burgenland, seit dem 1. September 1909 mit dem im Raabtal an der Hauptbahn Steinamanger (Szombathely) - Fehring - Graz gelegenen Bahnhof Körmend in Ungarn. Die Lokalbahn war von der Körmend-Németújvári h.é. vasút gebaut und betrieben worden. Das Bahnhofsgebäude in Güssing wurde im Jahr 1899 errichtet. Heute erinnert fast nichts mehr an die Bahnlinie zwischen Güssing und Körmend, die vor allem dem Holztransport gedient hatte. Nach dem Zweiten Weltkrieg schien eine Aufrechterhaltung des Bahnbetriebs sinnlos, weil der Verkehr nur nach Ungarn ausgerichtet war und der Eiserne Vorhang nunmehr die Bahnstrecke trennte. Der Bahnverkehr wurde eingestellt, die Gleiskörper verrotteten. Auch das umfangreiche Netz von Waldbahnen, das als Zubringer zur Eisenbahn fungierte, existiert nicht mehr. Heute führt die neue Bundesstraße B 56 zwischen Güssing und Strem vor allem auf dem Gebiet des ehemaligen Bahnkörpers entlang. Das Bahnhofsgebäude in Güssing wurde renoviert und steht noch heute (privates Wohnhaus samt Arztordination). Südöstlich von Strem kann man den Bahndamm noch bis Körmend verfolgen.

Bau: Nach einer 10-jährigen Bauzeit wurde die Bahnlinie im August 1899 eröffnet. Die Errichtung kostete 260.000 Kronen, sogar eigene Aktien wurden dafür aufgelegt. Die Bahnlinie im Stremtal diente aber nicht nur der Personen- und Postbeförderung, sondern vor allem dem Holztransport. Enorme Mengen an Bau- und Sägeholz wurden mit der Eisenbahn nach Ungarn geliefert. Am Bahnhof Güssing gab es damals eine kleine Holzindustrie, von der viele Menschen lebten.

1945 kam das Aus: Im Februar 1945 fuhr der letzte Zug nach Güssing. Mit Kriegsende 1945 wurde der Bahnbetrieb komplett eingestellt. Einige bauliche Überreste erinnern heute noch an die Güssinger Bahn. Etwa eine Brücke in einem abgelegenen Waldstück in der Nähe von Moschendorf (nicht gefunden!), oder ein Gewölbe (unterhalb befindet sich der linksufrige Zufluss vom Schöngraben) beim Kreisverkehr außerhalb von Strem, in der Nähe der ehemaligen Zollhäuser. Das Bahnhofsgebäude in Strem war in Privatbesitz und wurde im Jahr 2018 abgerissen.

Waldbahnen:
Waldbahn Punitzer Gemeindewald - Urbersdorf Die Waldbahn Punitz - Urbersdorf war von 1905 - ca. 1933 in Betrieb. Betrieb: Tierzug. Spurweite 600.
Waldbahn Güssing - Neuberg im Burgendland (1913 - 1921), Spurweite 760, Betrieb: Dampfbetrieb. Betreiber: WGN (Waldbahn Güssing Neuberg). Auf der 14 km langen Strecke durch das Stremtal wurde mit Dampflokomotiven Holz zum Bahnhof Güssing gebracht. Sie diente nur dem Güterverkehr. Mit dem Anschluss des Burgenlandes an Österreich wurde die Bahnlinie eingestellt. Hierzu gibt es ein Buch von Karl Knor aus Neuberg, welches in Neuberg bei der Raiffeisenbank, dem Gasthaus Novakovits/Zsifkovits, dem Cafe Pub "Tankstö" und dem Kaufhaus Bauer sowie in St.Michael beim Postpartner Kulovics bezogen werden kann.
Waldbahn Güssing - Rohr im Burgenland (1913 - 1921), Spurweite 760, Betrieb: Dampfbetrieb. Ausgehend von Rohr im Burgenland transportierte die 27 km lange Waldbahn Holz mit Dampflokomotiven zum Bahnhof Güssing.
Waldbahn Großmürbisch - Unterradling (Alsórönök), 1934 wurde die Strecke zwischen Großmürbisch und Alsónörök in Ungarn eröffnet, auf der mit einer benzinbetriebenen Lokomotive von Orenstein & Koppel Holz transportiert wurde. 1935 wurde die Strecke durch eine Standseilbahn verlängert, 1936 wurde eine 1930 ebenfalls von Orenstein & Koppel gebaute Diesellokomotive Typ RL 1a in Betrieb genommen. 1937 wurde die Bahn eingestellt und verkauft.



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